Cloud Gaming Anbieter

Cloud Gaming – der aktuelle Megatrend im Gaming-Bereich ist in aller Munde. Was aber bedeutet das? Im Endeffekt ist es ganz einfach – Cloud Gaming soll Hardware, physische Spiele und lange Downloads überflüssig machen. Ähnlich wie zum Beispiel Netflix für Filme und Serien oder Spotify für Musik werden alle Inhalte – also Games – live aus dem Internet gestreamed, ohne Unterbrechung oder Wartezeit. Der große Unterschied und Vorteil aber liegt in der erwähnten Hardware. Denn wo heute für die neuesten Spiele auch aktuelle und extrem teure Spitzenhardware benötigt wird, reicht beim Cloud Gaming ein einfaches Wiedergabegerät wie ein TV oder ein alter PC und gegebenenfalls der jeweilige Empfänger des Anbieters. Die Spiele selbst laufen dann auf weit entfernen Rechner-Farmen und werden ausschließlich gestreamed. Neue Hardware oder lange Downloads werden also nicht mehr benötigt. Allerdings werden zum Cloud Gaming natürlich sehr schnelle Verbindungen benötigt, unter 5 MBit pro Sekunde ist vernünftiges Spielen im Prinzip nicht möglich.

Die Kunden erwerben also ausschließlich das Recht, die jeweiligen Spiele streamen zu dürfen. Die Konzepte der einzelnen Anbieter sind dabei unterschiedlich. Oft gibt es eine Art Games-Flatrate, welche durch Titel ergänzt wird, welche gekauft werden müssen. Es gibt fünf große Anbieter auf dem Markt, welche die Revolution einläuten wollen.

GeForce Now

GeForce Now befindet sich derzeit in einer kostenlosen Beta Phase, kann also von allen interessierten Spielern genutzt werden. Diese müssen sich in der derzeit kostenlosen Beta anmelden und vom Anbieter einen Platz zugewiesen bekommen, was aber normalerweise recht zügig geht. Es kann allerdings derzeit nur vier Stunden am Stück gespielt werden, bevor gespeichert und eine neue Session angefangen werden muss. Dies soll allen Spielern einen gleichberechtigten Zugang ermöglichen. Der Dienst wird von Nvidia angeboten, einem Hardware-Hersteller, welcher eigentlich auf Grafikkarten spezialisiert ist. Die angebotene 4k Auflösung ist also Ehrensache. GeForce Now kann auf PC, Mac und dem Nvidia eigenen System Shield TV genutzt werden. Besonders für Mac Spieler ist der Dienst also spannend, da diese normalerweise nur eine sehr eingeschränkte Auswahl an Spielen haben – dies fällt mit dem Cloud Gaming weg. GeForce Now unterstützt bereits über 400 Spiele, darunter Top Titel wie Fortnite oder Player Unknown’s Battlegrounds. Für das System braucht man keine extra Hardware, die Streaming-Software wird einfach auf einem bestehenden System installiert. Dies ist natürlich extrem praktisch. Laut dem Anbieter liegt die mögliche Frame Rate zwischen 60 und 120 FPS, was natürlich auf die eigene Internetleitung ankommt. Aktuell ist GeForce Now in Europa und Nordamerika verfügbar.

PlayStation Now

Der PlayStation Now Dienst ist für die Playstation und den PC verfügbar. Die Spiele lassen sich von der Playstation auf den PC streamen, eine gute Internetverbindung vorausgesetzt. Dies gibt PC Spielern die Möglichkeit, zum ersten Mal die Top-Titel der Playstation auf ihrem PC zu spielen. PlayStation Now ist bereits live und kann für ein Jahr oder monatlich abonniert (und gekündigt) werden. Die Auswahl kann sich sehen lassen. Über 250 Spiele sind bereits in der Bibliothek verfügbar und es werden monatlich neue Titel hinzugefügt. Die vorhanden Spiele reichen von AAA-Blockbustern wie Red Dead Redemption oder Mafia 3 über exklusive PS-Titel wie Bloodborne bis hin zu Indie-Perlen und kleineren Titeln. Alle Spiele können außerdem auf die Playstation Festplatte heruntergeladen werden, um diese auch offline zu spielen. Dies ist ein großer Vorteil der Plattform, denn auch das Internet kann ausfallen, was bei Cloud Gaming ein großes Problem darstellt. Außerdem sind so die maximale Auflösung von 4k und maximale Frames pro Sekunde garantiert. Die Spiele können so lange gespielt werden wie man möchte, es gibt keine zeitliche Begrenzung, nach welcher man sich neu anmelden muss oder ähnliches. Mit einer einwöchigen Testversion können interessierte Spieler erstmal prüfen, ob das Angebot der richtige Streaming Dienst ist.

Google Stadia

Der Suchmaschinen-Gigant Google betritt mit Google Stadia die Gaming Bühne. Der Dienst ist noch nicht gestartet, ist aber in der Pro Version für November 2019 und in der Standard Version für 2020 angekündigt. Durch die ungeheure Marktmacht von Google ist dies natürlich eine extrem spannende Entwicklung. Die Games laufen dabei auf den Google-Servern und werden an die Endgeräte der Kunden gestreamed. Google kombiniert ähnlich wie andere Anbieter ein monatliches Abo mit kostenpflichtigen Einzel-Spielen. Spiele werden monatlich hinzugefügt werden, allerdings ist die Bibliothek derzeit noch nicht bekannt. Die Spiele sollen dabei in 4k Auflösung und 60 FPS laufen. Wer neue Spiele auf Stadia kauft, muss in den meisten Fällen den Normalpreis bezahlen, welcher zwischen 50 und 70 Euro liegt. Dafür können die Spiele jedoch immer und überall in 1080p gestreamed werden, ohne teure und sperrige Hardware herumzuschleppen. Google bietet derzeit eine limitierte Founder’s Edition an, welche den für das Spielen am TV benötigten Chromecast Ultra und einen limitierten Controller enthält. Diese Edition ist in einigen Ländern allerdings schon fast ausverkauft. Neben dem TV soll Stadia auch mit Rechnern und sogar mit Tablets und einigen Smartphones kompatibel sein.

Microsoft xCloud

Die xCloud ist Microsofts Antwort auf Googles Stadia. Vorgestellt wurde das Projekt auf der E3 2019 in einem sehr kurzen fünf Minuten-Slot. Gegenüber t3n erklärt Florian Liewer, Director Xbox Gaming im deutschsprachigen Raum: Gaming in der Cloud ist eine Erweiterung, eine zusätzliche Option für alle Spieler da draußen“. Microsoft ist also im Bereich des Cloud Gamings demnach erst einmal zurückhaltend unterwegs. xCloud funktioniert dabei ähnlich wie Playstation Now. So erfährt man auf der offiziellen Seite, auf der man sich zur Preview-Version von Project xCloud registrieren kann, dass beim Dienst Xbox-Spiele, wie beispielsweise Gears 5, Halo 5, Killer Instinct oder Sea of Thieves direkt von der Cloud auf ein mobiles Endgerät gestreamt wird. Der Computer als Endgerät wird bisher nicht genannt. Benötigt wird laut Microsoft ein mobiles Gerät, das Android Version 6 oder älter besitzt. Erst ist die xCloud nur in Amerika, England und Südkorea verfügbar sein. Für Westeuropa, und damit auch Deutschland, ist ein Start der Preview-Version für Anfang 2020 geplant. Im Laufe des Jahres 2020 soll dann auch die Unterstützung von Windows-10-PCs als kompatible Plattform hinzukommen. Ebenfalls sollen dann auch Controller von anderen Herstellern unterstützen werde; genannt wurden dabei der Dual Shock 4 von Sony und Hardware des Zubehörherstellers Razer.

Vortex

Vortex ist ein im Vergleich zu den anderen Anbietern eher kleiner Anbieter, was jedoch nicht heißt, dass die Auswahl an Titeln schlechter wäre. Über 100 beliebte Games wie Fortnite, Apex Legends, Teamfight Tactics oder League of Legends stehen zum Streamen bereits zur Wahl. Aber auch große Singleplayer Titel wie Witcher 3 oder Shadow of the Tomb Raider sind in der Bibliothek vorhanden. Mit einem monatlichen Abo werden 50 Spielstunden erworben. Für Vielzocker ist dies sicherlich zu wenig, für den normalen Hobbyspieler aber ausreichend, auch wenn andere Anbieter hier die Nase vorn haben. Einige Spiele wie zum Beispiel GTA V müssen allerdings auf Steam erworben werden, bevor sie über Vortex spielbar sind. Mit Vortex lassen sich die Titel aber auch auf anderen als den eigentlich vorgesehenen Plattformen spielen, so kann beispielsweise Counter-Strike auf Android gespielt werden. Wie alle anderen Anbieter stellt auch Vortex die benötigte Hardware, sodass kein Highend-Rechner mehr benötigt wird. Mit eigenen Apps für mobile Plattformen können sogar Controller emuliert werden. Auf der offiziellen Vortex Homepage gibt es einen Ping Test welcher zeigt, ob die eigene Internet Geschwindigkeit für das Cloud Gaming mit dem Anbieter ausreicht.

Blade Shadow

Auch der Blade Shadow ist ein Angebot, welches bereits seit einiger Zeit auf dem Markt ist. Wie bei allen Anbietern sollen bei entsprechender Leitung 4k und 60 FPS erreicht werden. Auch Shadow bietet ein monatliches und jährliches Abo an. Der Blade Shadow verfolgt jedoch ein anderes Konzept als die anderen Anbieter, denn es wird keine Spiele Datenbank abonniert, sondern ausschließlich ein kompletter Rechner, aber eben in der Cloud. Damit lässt sich ein alter PC in eine brandneue Gaming Maschine verwandeln, welche nicht mehr mit neuer Hardware geupdated werden muss. Der Vorteil liegt auf der Hand: Es können alle eigenen Spiele gespielt werden, egal ob bereits erworben oder zukünftige Käufe. Der Nutzer ist also nicht vom Angebot eines bestimmten Anbieters abhängig, sondern kann jedes verfügbare Spiel nutzen. Außerdem ist es beispielsweise auch möglich, Spiele-Mods zu installieren oder die gemietete Hardware für andere Einsatzzwecke, wie z.B. die Bild- bzw. Videobearbeitung, zu nutzen. Damit grenzt sich die Firma klar zu den anderen Diensten ab und ist vor allem für Vielspieler interessant, welche ihre Hardware immer auf dem neuesten Stand haben wollen, ohne dauernd die neueste Hardware kaufen zu müssen. Das System funktioniert sowohl auf dem PC als auch auf dem Mac und dem Smart TV, es kann problemlos zwischen diesen Geräten gewechselt werden.

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