Die besten Cloud Gaming Anbieter 2020

Cloud Gaming – der aktuelle Megatrend im Gaming-Bereich ist in aller Munde. Was aber bedeutet das? Im Endeffekt ist es ganz einfach – Cloud Gaming soll Hardware, physische Spiele und lange Downloads überflüssig machen. Ähnlich wie zum Beispiel Netflix für Filme und Serien oder Spotify für Musik werden alle Inhalte – also Games – live aus dem Internet gestreamed, ohne Unterbrechung oder Wartezeit. Der große Unterschied und Vorteil aber liegt in der erwähnten Hardware. Denn wo heute für die neuesten Spiele auch aktuelle und extrem teure Spitzenhardware benötigt wird, reicht beim Cloud Gaming ein einfaches Wiedergabegerät wie ein TV oder ein alter PC und gegebenenfalls der jeweilige Empfänger des Anbieters. Die Spiele selbst laufen dann auf weit entfernen Rechner-Farmen und werden ausschließlich gestreamed. Neue Hardware oder lange Downloads werden also nicht mehr benötigt. Allerdings werden zum Cloud Gaming natürlich sehr schnelle Verbindungen benötigt, unter 5 MBit pro Sekunde ist vernünftiges Spielen im Prinzip nicht möglich.

Die Kunden erwerben also ausschließlich das Recht, die jeweiligen Spiele streamen zu dürfen. Die Konzepte der einzelnen Anbieter sind dabei unterschiedlich. Oft gibt es eine Art Games-Flatrate, welche durch Titel ergänzt wird, welche gekauft werden müssen. Es gibt fünf große Anbieter auf dem Markt, welche die Revolution einläuten wollen.

GeForce Now

Seit Anfang Februar ist GeForce Now offiziell gestartet, nach dem der Dienst jahrelang in einer kostenlosen Beta Phase verfügbar war. Angeboten wird GeForce Now in zwei Varianten: Nutzer können sich zwischen einem monatlich 5,50 Euro teuren Abo (Aktionspreis! Preis kann sich nach 12 Monaten ändern) und einer eingeschränkten Gratis-Variante entscheiden. Die kostenlose Version beschränkt die aktuelle Spieldauer auf lediglich eine Stunde. Der Dienst wird von Nvidia angeboten, einem Hardware-Hersteller, welcher eigentlich auf Grafikkarten spezialisiert ist. Geforce Now läuft auf Geräten mit Android, macOS, Windows und dem Nvidia eigenen System Shield TV. Besonders für Mac Spieler ist der Dienst also spannend, da diese normalerweise nur eine sehr eingeschränkte Auswahl an Spielen haben – dies fällt mit dem Cloud Gaming weg. GeForce Now unterstützt bereits über tausende Spiele, darunter Top Titel wie Fortnite oder Player Unknown’s Battlegrounds. Ob auch dein Spiel unterstützt wird, kannst du ganz einfach auf dieser Seite herausfinden. Für das System braucht man keine extra Hardware, die Streaming-Software wird einfach auf einem bestehenden System installiert. Dies ist natürlich extrem praktisch. Laut dem Anbieter liegt die mögliche Frame Rate zwischen 60 und 120 FPS, was natürlich auf die eigene Internetleitung ankommt. Schon vorhandene Spiele in einer Steam-, Uplay- oder Battle.net-Bibliothek können mit Geforce Now problemlos genutzt werden. Aktuell ist GeForce Now in Europa und Nordamerika verfügbar.

PlayStation Now

Der PlayStation Now Dienst ist für die Playstation und den PC verfügbar. Die Spiele lassen sich von der Playstation auf den PC streamen, eine gute Internetverbindung vorausgesetzt. Dies gibt PC Spielern die Möglichkeit, zum ersten Mal die Top-Titel der Playstation auf ihrem PC zu spielen. PlayStation Now ist bereits live und kann für ein Jahr oder monatlich abonniert (und gekündigt) werden. Die Auswahl kann sich sehen lassen. Über 650 Spiele sind bereits in der Bibliothek verfügbar und es werden monatlich neue Titel hinzugefügt. Die vorhanden Spiele reichen von AAA-Blockbustern wie Red Dead Redemption oder Mafia 3 über exklusive PS-Titel wie Bloodborne bis hin zu Indie-Perlen und kleineren Titeln. Alle Spiele können außerdem auf die Playstation 4 Festplatte heruntergeladen werden, um diese auch offline zu spielen. Dies ist ein großer Vorteil der Plattform, denn auch das Internet kann ausfallen, was bei Cloud Gaming ein großes Problem darstellt. Außerdem sind so die maximale Auflösung von 4k (im Stream sind es nur 720p) und maximale Frames pro Sekunde garantiert. Die Spiele können so lange gespielt werden wie man möchte, es gibt keine zeitliche Begrenzung, nach welcher man sich neu anmelden muss oder ähnliches. Mit einer einwöchigen Testversion können interessierte Spieler erstmal prüfen, ob das Angebot der richtige Streaming Dienst ist.

Google Stadia

Der Suchmaschinen-Gigant Google betritt mit Google Stadia die Gaming Bühne. Der Dienst ist seit November 2019 für Vorbesteller verfügbar, währen die Standard Version für 2020 angekündigt ist. Durch die ungeheure Marktmacht von Google ist dies natürlich eine extrem spannende Entwicklung. Allerdings verlief der Start von Stadia im November durchaus holprig. Viele angekündigte Features, wie beispielsweise das „State Share“, also der Verlinken auf bestimmte Spielsituationen, waren zum Start nicht vorhanden. Auch über technische Schwierigkeiten klagten erste Stadia-Tester, Die Games laufen dabei auf den Google-Servern und werden an die Endgeräte der Kunden gestreamed. Google kombiniert ähnlich wie andere Anbieter ein monatliches Abo mit kostenpflichtigen Einzel-Spielen. Spiele werden monatlich hinzugefügt werden, allerdings ist die Bibliothek derzeit noch nicht bekannt. Die Spiele sollen dabei in 4k Auflösung und 60 FPS laufen. Wer neue Spiele auf Stadia kauft, muss in den meisten Fällen den Normalpreis bezahlen, welcher zwischen 50 und 70 Euro liegt. Schon gekaufte Spiele, die man auf einer anderen Plattform erworben hat, können unter Stadia leider nicht genutzt werden. Dafür können die auf Stadia direkt gekauften Spiele jedoch immer und überall in 1080p gestreamed werden, ohne teure und sperrige Hardware herumzuschleppen. Google bietet derzeit eine limitierte Founder’s Edition an, welche den für das Spielen am TV benötigten Chromecast Ultra und einen limitierten Controller enthält. Diese Edition ist in einigen Ländern allerdings schon fast ausverkauft. Neben dem TV soll Stadia auch mit Rechnern und sogar mit Tablets und einigen Smartphones kompatibel sein.

Aufgrund der Corona-Krise bietet Google Stadia aktuell für zwei Monate kostenlos an. Allerdings wandelt sich der Tarif automatisch in einen kostenpflichtigen um, weshalb man frühzeitig kündigen sollte.

Microsoft xCloud

Die xCloud ist Microsofts Antwort auf Googles Stadia. Vorgestellt wurde das Projekt auf der E3 2019 in einem sehr kurzen fünf Minuten-Slot. Gegenüber t3n erklärt Florian Liewer, Director Xbox Gaming im deutschsprachigen Raum: Gaming in der Cloud ist eine Erweiterung, eine zusätzliche Option für alle Spieler da draußen“. Microsoft ist also im Bereich des Cloud Gamings demnach erst einmal zurückhaltend unterwegs. xCloud funktioniert dabei ähnlich wie Playstation Now. So erfährt man auf der offiziellen Seite, auf der man sich zur Preview-Version von Project xCloud registrieren kann, dass beim Dienst Xbox-Spiele, wie beispielsweise Gears 5, Halo 5, Killer Instinct oder Sea of Thieves direkt von der Cloud auf ein mobiles Endgerät gestreamt wird. Der Computer als Endgerät wird bisher nicht genannt. Benötigt wird laut Microsoft ein mobiles Gerät, das Android Version 6 oder älter besitzt. Erst ist die xCloud nur in Amerika, England und Südkorea verfügbar sein. Seit dem 28.04.2020 verteilt Microsoft Einladungen für die Preview in Deutschland. Aufgrund von COVID-19 kommen erst einmal nur eine sehr eingeschränkte Gruppe an Teilnehmern die Gelegenheit Project xCloud zu testen. Diese sollen aber im Laufe der Zeit gesteigert werden.

In einem Blogbeitrag im Juli 2020 kündigt Microsoft an, dass der eigene Cloud-Gaming-Dienst Project xCloud an das eigene Spieleabo Xbox Game Pass gekoppelt wird. Wer also Kunde des Xbox Game Pass Ultimate schon ist, wird ohne Aufpreis auch den Cloud-Gaming Dienst nutzen können. Wer allerdings kein Abonnement des Game Pass Ultimate ist, der schaut erst einmal in die Röhre. Zum Marktstart kann man xCloud nicht separat buchen können. In den USA soll xCloud im September zum Game Pass Ultimate stoßen. Der Releasetermin für Deutschland steht noch nicht fest.

Vortex

Vortex ist ein im Vergleich zu den anderen Anbietern eher kleiner Anbieter, was jedoch nicht heißt, dass die Auswahl an Titeln schlechter wäre. Über 100 beliebte Games wie Fortnite, Apex Legends, Teamfight Tactics oder League of Legends stehen zum Streamen bereits zur Wahl. Aber auch große Singleplayer Titel wie Witcher 3 oder Shadow of the Tomb Raider sind in der Bibliothek vorhanden. Mit einem monatlichen Abo werden 50 Spielstunden erworben. Für Vielzocker ist dies sicherlich zu wenig, für den normalen Hobbyspieler aber ausreichend, auch wenn andere Anbieter hier die Nase vorn haben. Einige Spiele wie zum Beispiel GTA V müssen allerdings auf Steam erworben werden, bevor sie über Vortex spielbar sind. Mit Vortex lassen sich die Titel aber auch auf anderen als den eigentlich vorgesehenen Plattformen spielen, so kann beispielsweise Counter-Strike auf Android gespielt werden. Wie alle anderen Anbieter stellt auch Vortex die benötigte Hardware, sodass kein Highend-Rechner mehr benötigt wird. Mit eigenen Apps für mobile Plattformen können sogar Controller emuliert werden. Auf der offiziellen Vortex Homepage gibt es einen Ping Test welcher zeigt, ob die eigene Internet Geschwindigkeit für das Cloud Gaming mit dem Anbieter ausreicht.

Blade Shadow

Auch der Blade Shadow ist ein Angebot, welches bereits seit einiger Zeit auf dem Markt ist. Wie bei allen Anbietern sollen bei entsprechender Leitung 4k und 60 FPS erreicht werden. Auch Shadow bietet ein monatliches und jährliches Abo an. Der Blade Shadow verfolgt jedoch ein anderes Konzept als die anderen Anbieter, denn es wird keine Spiele Datenbank abonniert, sondern ausschließlich ein kompletter Rechner, aber eben in der Cloud. Damit lässt sich ein alter PC in eine brandneue Gaming Maschine verwandeln, welche nicht mehr mit neuer Hardware geupdated werden muss. Der Vorteil liegt auf der Hand: Es können alle eigenen Spiele gespielt werden, egal ob bereits erworben oder zukünftige Käufe. Der Nutzer ist also nicht vom Angebot eines bestimmten Anbieters abhängig, sondern kann jedes verfügbare Spiel nutzen. Außerdem ist es beispielsweise auch möglich, Spiele-Mods zu installieren oder die gemietete Hardware für andere Einsatzzwecke, wie z.B. die Bild- bzw. Videobearbeitung, zu nutzen. Damit grenzt sich die Firma klar zu den anderen Diensten ab und ist vor allem für Vielspieler interessant, welche ihre Hardware immer auf dem neuesten Stand haben wollen, ohne dauernd die neueste Hardware kaufen zu müssen. Das System funktioniert sowohl auf dem PC als auch auf dem Mac und dem Smart TV, es kann problemlos zwischen diesen Geräten gewechselt werden.

Project Atlas

Im Vergleich zu den anderen Cloud Gaming-Anbietern liegt EA mit dem eigenen Angebot: „Project Atlas“ noch weit hinten. Im Oktober 2018 kündigte Ken Moss, Chief Technology Officer bei Electronic Arts, Project Atlas offiziell an. Rund ein Jahr später erfolgte im September 2019 dann die ersten Tests. So konnte man bei einem offenen Test für zwei Wochen beispielsweise die Spiele EA Sports‘ Kick „FIFA 19“, der Shooter „Titanfall 2“, das Rennspiel „Need for Speed Rivals“ sowie der Puzzle-Plattformer „Unravel“ in der Cloud ausprobieren. Während die Testphase nur für den PC stattfand, soll der Cloud-Streaming-Dienst auch auf weitere Plattformen (darunter Smartphones, Tablets und auch Smart-TVs) ausgeweitet werden. Seit dem letzten Test gibt es allerdings keine weitere Informationen zu Project Atlas. Auch der offizielle Starttermin ist bisher noch offen.

Magenta Gaming

Magenta Gaming Cloud Gaming Anbieter

Wer beim Cloud Gaming auf einen deutschen Anbieter setzen möchte, für den könnte Magenta Gaming von der Deutschen Telekom etwas sein. Vorgestellt wurde die Cloud Gaming Plattform im Vorfeld der gamesgom im August 2019. Seit dem 24.08.2019 ist Magenta Gaming in der Beta-Phase, wobei man nur als Telekom-Kunde sich am Dienst anmelden kann. Darüber hinaus braucht man einen Internet-Anschluss mit mindestens 50 Mbit/s. Zur Auswahl stehen seit Beginn über 100 Spiele, wobei die Qualität eher durchwachsen ist und man nur sehr wenige bekannte Spiele, wie beispielsweise The Witcher 3 oder League of Legends, vorfindet.

Amazon Luna

Im September 2020 stellte Amazon seine Cloud Gaming-Plattform Luna vor. Dies war auch der Startschuss für die Beantragung des Early Access in den USA. Der Startpreis liegt bei 6 US-Dollar im Monat und soll so Zugriff auf eine Reihe von Spielen auf allen möglichen Geräten mit einem Display ermöglichen. Im Vergleich zu den anderen Cloud Gaming Anbietern will Amazon aber vor allem die Infrastruktur für Cloud Gaming bereitstellen. Die eigentlichen Inhalte, also die Spiele, sollen von den Spielestudios selbst kommen. Wann Amazon Luna auch für Deutschland startet ist bisher nicht bekannt. Mehr Informationen zu Amazon Luna gibt es unter: https://www.amazon.com/luna/landing-page

Häufig gestellte Fragen

Nachfolgend werden einige der am häufigst gestellten Fragen rund um Cloud-Gaming Anbieter noch einmal kompakt beantwortet.

Wie schnell muss das Internet für Cloud-Gaming sein?

Google gibt als Mindestgeschwindigkeit beispielsweise 10 MBit die Sekunde an. Das reicht allerdings erfahrungsgemäß nur für eine 720p-Auflösung. Wer mehr will, der braucht beispielsweise für 1080p zwischen 15 und 25 MBit/s. Für 4k sollte die Internetgeschwindigkeit hingegen mindestens 35 MBit/s betragen.

Wichtig ist bei der Internetgeschwindigkeit aber nicht nur die Übertragungsgeschwindigkeit ansich, sondern auch deren Stabilität. Schwankungen sollten vermieden werden, da sonst ein flüssiges Spielen nahezu unmöglich ist. Im Gegensatz zu Video-Streaming-Dienste können Cloud-Gaming-Dienste die Inhalte nicht vorpuffern (vorladen).

Welcher Cloud-Gaming Anbieter ist der beste?

Diese Frage kann man leider nicht klar mit einer Antwort beantworten, da hier verschiedene Faktoren eine Rolle spiele. Hier in diesem Artikel haben wir aber schon einmal die besten Cloud-Gaming Anbieter vorgestellt, sodass man diese noch einmal selber testen kann.

Mit welcher Latenz muss man beim Cloud-Gaming rechnen?

Unter der Latenz versteht man die Verzögerung zwischen Tastendruck und der auf dem Bildschirm sichtbaren Reaktion. Die Computerzeitschrift c’t testete in ihrer Ausgabe 26 vom 7.12.2019 verschiedene Cloud-Gaming-Dienste und konnte beispielsweise bei Google Stadia mit Chrome in einer ersten Stichprobenmessung eine zusätzliche Latenz von 50 bis 95 Millisekunden im Vergleich zu einem lokal laufenden Spiel feststellen. Mit einer Verzögerung von rund 120 Millisekunden lag der Wert aber vergleichbar mit einem Latenzwert, wenn man das Spiel auf einer Spielekonsole spielt. Für die anderen Dienste konnten die Tester der c’t für Shadow einen Wert von 20 bis 90 Millisekunden zur Grundlatenz des Computers ermitteln, während es bei PS Now unter Windows noch einmal ein bisschen mehr war.

Deine Meinung ist gefragt

Was ist deiner Meinung nach der beste Cloud-Gaming Anbieter? Schreibe in die Kommentare deine Erfahrungen mit den unterschiedlichen Anbietern!

Artikel wurde veröffentlicht am 02.11.2019, zuletzt aktualisiert am 27.09.2020.

Ein Kommentar

  • Lars

    Cool Übersicht der Cloud Gaming Anbieter. Google Stadia ist gerade kostenlos. Man bekommt wegen Corona zwei Monate von Google Stadia Pro umsonst. Aber ACHTUNG: Bei der Registrierung muss man Zahlungsdetails hinterlassen und wenn man nicht rechtzeitig kündigt, dann verlängert sich das Abo automatisch und man zahlt die regulären 9,99 Euro pro Monat.

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