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Kane & Lynch 2: Dog Days Test

Posted by Gamer On September - 5 - 2010


Nach ihrem ersten Auftritt im Actionspiel Kane & Lynch: Dead Men, geht nun für die beiden liebenswerten Protagonisten aus der Unterwelt Kane und Lynch in Kane & Lynch 2: Dog Days das zweite Mal der Vorhang auf. Was dahinter wartet sind Blut, Dreck und Gewalt. Also genau das richtige für das Gaunerpaar. Ob das neuste Stück aber auch den Spieler überzeugen kann, das erfährt man im nachfolgenden Kane & Lynch 2 Dog Days Test.

Eine sichere Sache die richtig daneben geht!
Zu Beginn des Spiels kommt Kane zu seinem alten Kumpanen Lynch nach Shanghai, wo sich dieser mit seiner Freundin niedergelassen hat. Die beiden sollen bei einem Waffenschmuggel behilflich sein, also keine große Sache. Kane ist gerade ankommen, da soll er auch schon Lynch bei einer weiteren kleinen Sache helfen. Noch mit dem Koffer in der Hand geht es zu einem simplen Einschüchterungsversuch, der gewaltig aus dem Ruder läuft. Die Zielperson bringt sich nämlich nicht nur selbst um, nein, es stirbt davor im Kugelhagel der erhitzen Gemüter auch noch ein Mädchen, das die beiden Freunde in schwere Bedrängnis bringt. Nach diesen Ereignissen ist nämlich an Ruhe nicht mehr zu denken. Gejagt von der gesamten Unterwelt, kommt zu ihrem Unglück auch noch die korrupte Führungsriege von Shanghai und damit auch die Polizei ins Spiel. Der ursprüngliche Auftrag wird damit zum Spießrutenlauf.

Dauerndes Dauerfeuer
So gut und spannen wie die Story rund um das „Gauner-Paar“ auch ist, so viel wurde leider auch an den anderen Spielelementen gespart. Im Fokus stehen hier besonders die Feuergefechte, die als Lückenfüller zwischen den Story-Sequenzen sich immer wiederholen. Diese ziehen sich meist in die Länge und nerven nach längerem Spielen, da man Abwechslung hier vergeblich sucht. Selbst die Gegner passen sich dieser Monotonie an und verhalten sich im gesamten Verlauf des Spiels gleich. Wenn sie nicht sofort in die Schusslinie laufen, dann verstecken sie sich hinter einem Hindernis und tauchen in unregelmäßigen Abständen immer wieder auf. Letztendlich muss man also nur diesen „Auftauch-Moment“ abwarten und kann dann mit einem gezielten Kopfschuss den Gegner kampfunfähig machen.


Dennoch sind die Kämpfe gar nicht einmal so einfach wie sich das anhört. Denn zum einen ist man beim Zielen spielbedingt gehandicapt und zum anderen sind die Gegner nicht nur richtig viel, sondern sie halten auch verdammt viel aus. Zugegeben, beim spielbaren Lynch verhält es sich nicht anders, gibt es doch keine Gesundheitsbalken mehr und Medikits sind damit auch völlig überflüssig. Wie aus anderen Spielen bekannt, reicht es schnellstmöglich sich aus der Schussbahn zu entfernen. Da die Gegner teilweise aber auch auf erhöhten Stellen positioniert sind, kann auch das manchmal schief gehen.
Wirklich unverwundbar ist Kane, der leider nicht gespielt werden kann, seine Aufgabe aber ganz gut erfüllt und auch mit Kopf agiert.

Gekämpft werden kann mit einem übersichtlichen Arsenal aus den unterschiedlichsten Waffentypen, wie Pistolen, Schrotflinten, Uzis sowie Sturm- und Scharfschützengewehren. Dabei kann man immer nur zwei Waffen gleichzeitig tragen, zu Munitionsengpässen kommt es aber dennoch nicht, da man bei den gefallenen Gegnern sich jederzeit mit neuer Munition oder eben neuen Waffen eindecken kann. Dies ist auch dringend notwendig, den Nahkampf beherrscht Lynch nämlich nicht, sodass man sich ohne Munition oder Waffe gleich erschießen lassen kann. Es besteht lediglich die Option einen Gegner als lebendes Schild zu nutzen, um so auch an seine Waffe zu kommen. Dafür muss man aber unbemerkt an ihn ranschleichen, was nur in wenigen Fällen möglich, dann aber auch so gewollt ist.
Für ein bisschen Abwechslung sorgt die Möglichkeit ganze Gegnergruppen mit einem Benzinkanister oder Feuerlöscher in die Luft zu jagen. Dafür schnappt man sich diese nützlichen explosiven Helfer und schleudert sie auf die Gegner. Mit einem gezielten Schuss, der automatisch immer das Ziel findet, jagt man dann diese Explosionsgemische hoch.


Der Youtube-Look
Eins haben die Entwickler von Kane & Lynch 2 schon jetzt geschafft. Sie haben einen neuen Grafikbegriff erschaffen, nämlich den Youtube-Look. Diese verwackelte Grafikstil „glänzt“ mit verfremdeten, durch starke Überstrahl-Effekte, Lensflares und künstlich reingefummelte Darstellungsfehler gezeichnete Bilder. Durchsetzen wird sich dieser Look wohl nicht, als Abwechslung kann man sich aber schon einmal daran kurzzeitig erfreuen. Auf die Gesamtheit des Spiels gesehen, kann dieser Youtube-Look aber nicht immer über die angestaubte Grafik ablenken. Dennoch gibt es Augenblicke an denen man innehält und sich an seiner Umgebung ergötzt.

Brutal verpixelt!
Auch wenn Kane & Lynch 2 unbestritten sehr brutal ist, wollten die Entwickler die USK wohl doch nicht schocken. Entweder deswegen oder eben als weiteres Stilmittel des ohnehin schon besonderen Looks, werden im Spiel immer wieder „heikle“ Stellen verpixelt. Diesen Pixelmatsch sieht man zum Beispiel wenn man einem Gegner sprichwörtlich die „Rübe vom Körper“ geballert hat, oder wenn es in den pornografischen Bereich geht. Ja, für eine kurze Zeit schießen sich die beiden Charaktere im Adamskostüm, wie Gott sie schuf, durch die Gegnerreihen. Die Geschlechtsteile sind in diesem Fall natürlich auch verpixelt, vielleicht auch zum Glück für uns alle!

Zu mehrt macht es immer mehr Spaß!
Nach der rund vier- bis fünfstündigen Solo-Ballerei im Storymodus, der auch Koop gespielt werden kann, wartet anschließend der Multiplayer-Modus. Dieser bietet nämlich drei spaßige Spielmodi, wie z.B. „Fragile Alliance“, in dem man Geld aufsammeln und flüchten muss. Gestartet wird im Team, wenn die Gier aber obsiegt, dann kann sich auch schon einmal ein Teammitglied gegen das andere richten um so an das eingesammelte Geld zu kommen. Solche Verräter werden aber nicht nur während des Spiels gebrandmarkt, sondern bekommen auch einen entsprechenden Eintrag, sodass man schon vor dem Spiel weiß, wer nicht der zuverlässigste ist.
Neben dem schon bekannten „Fragile Alliance“ kann man in „Undercover Cop“ auf Maulwurf-Jagd gehen, während mit „Räuber und Gendarm“ ein klassisches Team-Deathmatch zwischen Verbrechern und Cops bereitsteht.


Fazit:
Kane & Lynch 2 Dog Days ist beileibe kein schlechtes Spiel, leider wurde aber wieder viel Potential verschenkt. So hätte selbst der Story, die noch am positivsten aufgefallen ist, das ein oder andere Detail, z.B. bei der Charakterisierung, gut getan. Überhaupt bekommt der Spieler nur sehr minimale Kost. So kann man die fehlende Abwechslung nicht nur bei den Feuergefechten kritisieren, sondern auch bei der Umgebung, in der man sich in Kane & Lynch 2 befindet. So hetzt man nur von Szenario zu Szenario und spult dort das bekannte Programm herunter. Die Grafik und Sound sind mäßig, aber durchaus akzeptabel. Die KI ist schlichtweg nicht vorhanden. Letztendlich bleibt gesamt betrachtet eine große Enttäuschung zurück, auch wenn das Spiel für Zwischendurch durchaus Spaß macht. So kann wenigstens der Multiplayer-Modus noch einmal punkten.


Bewertung

75/100
Grafik: (7/10)
Sound: (9/10)
Steuerung: (6/10)
Atmosphäre: (7/10)
Umfang: (4/10)
Multiplayer: (8/10)
Gesamt: (75/100)

Kane & Lynch 2: Dog Days Screenshots

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