Alien Breed: Impact Test


Wir schreiben das Jahr 1991. Team 17 veröffentlicht für den Amiga das Action-Spiel Alien Breed. Heute schreiben wir das Jahr 2010 und das selbe Entwicklerstudio, Team 17, veröffentlicht mit Alien Breed: Impact ein heißersehntes Remake des Amiga-Klassikers. Auf der Xbox 360 feierte das Spiel unter dem Titel „Alien Breed Evolution“ schon im Jahr 2009 sein Comeback, nun kommen endlich auch PC-Spieler in den Genuss der Alien-Hatz. Ob sich Alien Breed: Impact auch in die Herzen der Gamer ballern kann, oder aber die blutrünstigen Aliens den Sieg erringen können, erfahrt ihr in nachfolgendem, völlig friedlichem Alien Breed: Impact Test.

Houston, wir haben ein Problem!
Die Story hinter „Alien Breed: Impact“ ist zugegebenermaßen etwas wirr. Man schippert auf dem Raumschiff „Leopold“ durch das Universum, bis ein gewaltiger Ruck einen auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Man ist wohl mit etwas kollidiert, die genauen Umständen müssen erforscht und das Schiff natürlich wieder flott gemacht werden. Also macht man sich als Ingenieur und Crew-Supervisor Theodore J. Conrad, im Spiel nur Conrad genannt, auf den Weg ins Schiffsinnere. Leider muss man recht schnell erkennen, dass es viele Board-Mitglieder doch etwas härter getroffen hat, der Weg ist nämlich von Leichen gesäumt. Bald stellt man auch die Ursache für das kollektive Ableben der Mitreisenden fest, blinde Passagiere sind bei der Kollision an Board gekommen. Es war nämlich kein Asteroid, der die „Leopold“ mit voller Breitseite traf, sondern ein Alien-Schiff, dessen Bewohner nun der „Leopold“ einen Besuch abstatten.




Unterstützt wird Conrad von Mia, aka Nodulierte Cybertronik L.B. 69-L. Der nichtmenschliche zweite Leutnant der „Leopold“ ist zwar nicht direkt an Conrads Seite, hält aber an bestimmten Stellen per Funk Kontakt und gibt neue Instruktionen und Informationen weiter.



Erzählt wird die doch recht belanglose Geschichte anhand von kurzen, ganz nett gemachten, Comics, die man jeweils zwischen den Levels präsentiert bekommt. Leider gibt es zumindestens bei diesen Sequenzen keine deutsche Sprachausgabe, sondern nur deutsche Untertitel. Im Spiel selbst wird dann aber auch Deutsch gesprochen.

Gehe zu Punkt P, löse Ereignis E aus und gehe weiter zu Punkt P …
Wirklich innovativ ist die Single-Player Kampagne von „Alien Breed: Impact“ beileibe nicht. Stereotypisch wiederholt sich leider der Spielablauf immer und immer wieder. Schalte den Kondensator aus, aktiviere die Sprengelanlage, sorge für die Aktivierung der Frischluftzufuhr… Es gibt ein Problem, man wird zu einem auf der Karte definierten Punkt geschickt, löst dort ein Ereignis aus und die nächste Tür öffnet sich, nur damit das ganze Prozedere wieder von vorne anfängt. Um für etwas Action zwischen der ganzen Rennerei zu sorgen, tauchen immer wieder aggressive Aliens auf, die nur eins in Sinn haben, den Spieler aufzuschlitzen und zuzerfleischen.




Leider haben die Entwickler hier viel Potential verschenkt. Ab und an gibt es immer wieder Versuche, um den Spielablauf etwas abwechslungsreicher zu gestalten. So darf man auch schon mal vor einem riesigen Alien die Füße unter den Arm nehmen, in einer bestimmten Zeitvorgabe entsprechende Aufgaben lösen oder aber einen Doktor zur Krankenstation begleiten. Wobei letzteres auch sehr schwach umgesetzt ist, da der Doc immer außerhalb der Gefahr wartet und man so in aller Ruhe erst einmal die Aliens töten kann. Warum muss man den Doktor beispielsweise nicht beschützen? Das hätte dem ganzen „Nur-Ich-muss-überleben-Prinzip“ doch ganz gut getan. Vielleicht haben sich die Entwickler einfach zu sehr an die Vorlage aus dem Jahr 1991 gehalten…



Der Storymodus umfasst insgesamt fünf Levels. Je nach gewählten Schwierigkeitsgrad gestaltet sich die Dauer der Alien-Ballerei. So dauert diese auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad nicht länger als vier bis fünf Stunden.
Gewählt werden darf zwischen drei Schwierigkeitsstufen. Während die Schwierigkeitsstufen Anfänger und Veteran durchaus machbar sind, ist die letzte der drei Stufen: „Elite“ ganz schön anspruchsvoll.

Intex Terminal – Das elektronische Einkaufszentrum
Immer wieder findet man Waffen, Geld und weitere Gegenstände auf den Boden. Zusätzlich könnten die toten Körper der Menschen und Spinds im Raumschiff durchsucht werden. Auch hier findet man wieder allerlei brauchbares. Wer dennoch noch weitere Gegenstände braucht, der muss ein Intex-Terminal aufsuchen. Hier findet man alles. Von Munition über Medi-Packs, bishin zu Erweiterungen für die Waffe, wovon aber immer nur eine Verbesserung aktiv sein kann. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, bei den Intex-Terminals das Spiel zu speichern. Die Terminals sind großzügig verteilt, sodass wenn man mal stirbt, meist in der Nähe wieder neuanfangen kann, sofern man denn gespeichert hat.

Zusammen ist es viel schöner!
Im Koop-Modus darf man zu zweit gegen die Aliens antreten. Dafür stehen noch einmal drei komplett neue und vom Story-Modus unabhängige Koop-Karten bereit. Auch diese drei Karten bieten noch einmal einige Stunden zusätzlichen Spielspaß. Im Vergleich zum Singleplayer-Modus ist der Koop-Modus deutlich schwerer. Unter anderem auch deswegen, weil man wirklich auf eine kooperative Spielweise des anderen angewiesen ist. Nur wenn beide am gleichen Strang ziehen, hat man Chancen auch im Koop-Modus zu bestehen. Mit Unbekannten und ohne Kommunikation ist der Koop-Modus fast unschaffbar. Das fängt beim Einsammeln der Gegenstände an und hört beim Kaufen im Intex-Terminal auf. So ist es mir beispielsweise in einer Partie passiert, dass mein Mitspieler, der vor mir am Terminal war, die ganze Munition weggekauft hatte. Bei einer anderen Partie schnappte mir mein Mitspieler fast alle Gegenstände weg, das war spätestens dann blöd, als ich ein Medi-Kit brauchte, es aber leider zu spät gesehen hatte. Mit der Ego-Schiene fährt man zwar kurzfristig gut, alleine hat man aber keine Chance. Stirbt der Mitspieler, muss man eine bestimmte Zeitspanne überleben, dann respawnt wieder der andere Spieler. Übersteht man die Zeit aber nicht, wodurch beide Spieler tot sind, hat man die Karte verloren und muss noch einmal komplett von vorne anfangen.

Etwas schade ist, dass lediglich zwei Spieler zusammen auf Alien-Jagd gehen dürfen. Eine kleine Gruppe, von bis zu vier oder fünf Personen, auf einer großen Karte, hätte sicherlich auch für jede Menge Spaß gesorgt. Nichtsdestotrotz ist der Koop sehr gelungen, auch wenn man sich das ein oder andere Feature vielleicht noch gewünscht hätte.

Optisch überzeugend
Rein optisch kann „ Alien Breed: Impact“ wirklich von sich überzeugen. So setzen die Entwickler „Team 17“ auf die Epic’s Unreal 3 Engine und kreierten damit atmosphärische, düstere Levels.

Neben der Grafik Engie hat sich zum Original auch die Perspektive geändert. Während man bei „Alien Breed“ vom Jahre 1991 noch in der Vogelperspektive durch die engen Gänge schlich, darf man heutzutage von schräg oben das Geschehen verfolgen. Geschwenkt werden kann die Kamerasicht im übrigen durch die Maus, in dem man mit ihr an den jeweiligen Rand des Bildschirms fährt, oder mit den Tasten „Q“ und „E“. Teilweise muss man so die Kamera manuell verstellen, um auf bestimmte Stellen einen bessere Sicht zu haben.




Auch beim Sound haben sich die Entwickler durchaus Mühe gegeben. So hört man schon an den unterschiedlichen Tönen, mit welcher Alienrasse man es gleich zu tun bekommen wird. Auch auf Kleinigkeiten wurde geachtet, so hört man beispielsweise beim Nachladen des Flammenwerfers, wie die Gaskartusche ausgetauscht wird.
Grundsätzlich läuft im Hintergrund eine angespannte Geräuschkulisse, die sich der jeweiligen Situation anpasst.

Steuert sich wie ein Ego-Shooter
Die Steuerung geht leicht von der Hand und erinnert an die Settings von Ego-Shootern. Bewegt wird mit WASD, nachgeladen mir R. Die linke Maustaste dient zum Schießen, mit der rechten Maustaste kann man Gegenstände wie Medi-Kits oder Granaten einsetzten. Diese wiederum kann man mit den Tasten X und Y anwählen. Mit STRG führt man eine Nahkampfattacke aus, um den Alien wegzudrängen, mit Shift rennt man (geht aber nicht die ganze Zeit, man ist schließlich ein Mensch) und mit der Leertasten kann man Waffen und Gegenstände aufheben, sowie andere Aktionen durchführen.



Fazit
Ein Fazit ist bei Alien Breed: Impact unter Berücksichtigung, dass es sich dabei um die erste Episode handelt, gar nicht so einfach. So wäre es unfair, das Spiel nach Maßstäben eines 50 Euro Vollpreis-Spieles zu bewerten. Und irgendwie macht die Ballerei ja auch richtigen Spaß. Zugegeben, die sich immer wiederholenden Spielabläufe im Story-Modus nerven schon sehr. Dennoch motivieren die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade und die nach jedem Level abschließende Bewertung samt Vergleich und Ranking in der Steam-Community dazu, das Spiel mehr als nur einmal durchzuspielen. Hinzu kommt ein interessanter Koop-Modus, in dem man noch einmal in drei neuen Karten mit einem zusätzlichen Spieler den Aliens den Garaus machen darf.
Zwar ist der Umfang mit lediglich fünf Einzelspielerkarten, drei Koop-Karten, sechs Waffen und fünf Items recht dünn bemessen, dem gegenüber steht aber der Preis mit lediglich 15 Euro im Steam-Onlinestore.

Was man sich für die nächste Episode: Alien Breed Damnation wünscht, wäre ein abwechslungsreicher Spielablauf, mehr Alienrassen und vor allem mehr Endgegner.

Wer sich selbst vom Spielprinzip von „Alien Breed: Impact“ überzeugen möchte, der kann dies jederzeit durch das Anspielen der angebotenen Demo tun. Arcade- und Baller-Fans sollte sich Alien Breed: Impact aber auf jeden Fall nicht entgehen lassen.


Bewertung

78/100
Story: (5/10)
Grafik: (9/10)
Sound: (8/10)
Steuerung: (9/10)
Atmosphäre: (8/10)
Umfang: (3/10)
 
Gesamt: (78/100)

Alien Breed: Impact Screenshots

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